Das neue Schulgebäude

Ludwig-Weber-Schule Copyright: Behnisch Architekten, Stuttgart
Copyright: Behnisch Architekten, Stuttgart
Das neue Schulgebäude für die Ludwig-Weber-Schule im Frankfurter Stadtteil Sindlingen schafft einen zukunftsweisenden, modernen architektonischen Rahmen, der eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Pädagogen, Schülern und Eltern positiv stärkt und nachhaltig prägen wird. Die Bestandsgebäude der 1973 gegründeten Ludwig-Weber-Schule konnten die Anforderungen an die Umsetzung einer demokratisch geprägten Erziehung nicht mehr erfüllen und waren auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht erhaltungsfähig.

Am westlichen Rand von Sindlingen gelegen grenzt die Schule an die Ferdinand-Hofmann-Siedlung aus den 1920er und 1950er Jahren. Die frei gestalteten Ebenen des differenziert gestaffelten Baukörpers fügen sich in ganz selbstverständlicher Weise in die Nachbarschaft des Paul-Kirchhof-Platzes ein und vermitteln dennoch eine markante Eigenständigkeit und Charakterstärke.

Neben dem typischen Raumprogramm für den Unterrichtsbereich einer 2-zügigen Grundschule ist das im Bundesland Hessen bewährte Modell mit Eingangsstufenklassen konzeptionell berücksichtigt. Ebenso werden das pädagogische Konzept und die Ideen des aktuell diskutierten Wandels von einer „belehrenden“ zu einer „lernenden“ Schule durch ein vielfältiges Angebot an Lernlandschaften mit offenen Raumstrukturen und kommunikativem Charakter unterstützt. So sind die Übergänge zwischen Verkehrs- und Nutzflächen fließend gestaltet und die Außenräume als erweitertes, grünes Klassenzimmer für die Einstiegsklassen und als „Schonraum“ für die Pause einbezogen.

Die Offenheit der Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern als pädagogisches Leitmotiv entspricht dem architektonischen Ansatz, mit lichtdurchfluteten „Marktplätzen“ und belebten Bereichen im Haus spielerische Akzente zu schaffen. Ein multikulturell genutztes, offenes Haus mit besonderen Orten und Lernformen wird für Schüler, Eltern und Lehrer auch nachhaltig über die Schulzeit hinaus positiv prägend sein.

Die Funktionen im Erdgeschoss folgen dem Leitbild eines belebten und offenen Hauses in ganz selbstverständlicher Art und Weise. Um die gemeinsame Mitte, dem neuen Herz der Schule, sind die Räume für die Cafeteria, die Schülerbetreuung mit Mehrzweckraum und die Verwaltung spielerisch in den fließenden Raum eingestreut. Die 1-Feld-Turnhalle ist integraler Bestandteil der Schule. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind die Klassenräume der Klassenstufe 2 bis 4 zu finden, umgeben von den flexiblen Lernflächen. Schöne Freitreppen verbinden die einzelnen Ebenen miteinander, schaffen so ein kommunikatives Miteinander und gewährleisten eine gute Orientierung im Haus.

Zusammen mit individuell gestalteten Freibereichen ist der Schulhof als landschaftlich gestaltete Oase mit Lernwiese, Schulgarten und Bolzplatz konzipiert und dient als Bindeglied zum Kinderzentrum an der Hermann-Küster-Straße im Westen und zur privaten Internationalen Schule Frankfurt im Südwesten. Verschiedene Spielangebote sind hier als Inseln eingefügt. Die Rückzugsbereiche für die Einstiegsklassen im Norden ergänzen die differenziert gestalteten Außenanlagen.

Die Materialien folgen der Idee der Authentizität, angemessen an die funktionalen Anforderungen. Eine Holz-Aluminium Fassade als Elementfassade mit opaken Holzelementen überhöhen die Idee einer offenen Lernlandschaft.

Durch den entwickelten Komfortkonzeptansatz ist ein nachhaltiger Gebäudebetrieb gewährleistet. Eine maximale thermische und lüftungsbedingte Eigenfunktion führt bereits ohne die Unterstützung durch technische Gebäudesysteme mit ggf. hohem Ressourcenaufwand zu einer hohen Funktionssicherheit und zu stabilen Raumkonditionen – auch als Passiv-Maßnahme bezeichnet.

  • Design: 2015-2019
  • Fertigstellung: 2019
  • Größe: 7.357 qm
  • Wettbewerb: 2015, 1. Platz